Wohnraumüberlassung: Airbnb, Home-Away, 9flats & Co.


– Bisher nicht (korrekt) in der Steuererklärung angegeben?

Die Vermietung von Wohnungen mittels Internetplattformen wie Airbnb, Home-Away und anderen Gesellschaften boomen seit Jahren weltweit im Siegeszug der sog. Sharing-Economy. Wie alle Einnahmen aus Vermietung- und Verpachtung, unabhängig ob kurzfristige Vermietung als Ferienwohnung oder langfristige Vermietung, sind auch die Einnahmen aus der Vermietung mittels Internetplattformen zu versteuern und damit in der Steuererklärung anzugeben. Dies mag zunächst wenig überraschen.

Die Besonderheit bei Internetplattformen wie Airbnb und Co. lag bislang jedoch darin begründet, dass es sich bei diesen Gesellschaften mehrheitlich um ausländische Gesellschaften handelt, deren Daten von deutschen Finanzbehörden nicht bzw. kaum einsehbar waren. Auskunftsersuchen deutscher Behörden musste Airbnb als irisches Unternehmen damit bislang regelmäßig nicht nachkommen.

Nun hat die Steuerfahndung Hamburg im Zusammenarbeit mit dem Bundeszentralamt für Steuern und weiteren Steuerbehörden anderer Bundesländer jedoch in einem seit mehreren Jahren andauernden Gerichtsverfahren in Irland erwirkt, dass eine namentlich bislang noch nicht genannte international agierende Vermietungsplattform (aufgrund des Bezugs zu Irland wohl zweifelsohne Airbnb) Daten von Vermietern zu steuerlichen Kontrollzwecken an deutsche Finanzbehörden übermitteln muss. Diese Daten umfassen typischerweise Name, Anschrift und Vermietungsumsätze.

Da die Steuerfahndung Hamburg die Auswertungen von Vermietern anderer Bundesländer zeitnah an die jeweiligen Finanzbehörden weiterleiten wird, dürfte mit der Einleitung einer nicht unerheblichen Anzahl von Steuerstrafverfahren gegen Vermieter zu rechnen sein. Dies kann neben der Einkommensteuer, im Fall einer umfangreicheren Vermietung auch die Gewerbesteuer oder im Fall von kurzfristiger Vermietung als Ferienwohnung – wie meist über Airbnb – auch die Umsatzsteuer betreffen.

Vermieter, die bislang Einkünfte aus der Vermietung mittels Internetplattformen wie Airbnb noch nicht oder nicht in zutreffender Höhe steuerlich erklärt haben, droht damit die Entdeckung, mit der Folge der Einleitung von Steuerstrafverfahren für bis zu drei Steuerarten für die letzten fünf Jahre.

Für diese Vermieter besteht nun dringender Handlungsbedarf. Der Gesetzgeber gibt Steuerpflichtigen noch immer die Möglichkeit der Selbstanzeige und damit der „goldenen Brücke“ zurück in die Steuerehrlichkeit und Straflosigkeit. Bislang nicht oder zu niedrig erklärte Einnahmen aus Vermietungen sollten daher unverzüglich im Rahmen einer Selbstanzeige nacherklärt werden. Aber Vorsicht – Selbstanzeige ist nicht gleich Selbstanzeige!

Der Gesetzgeber hat in § 371 Abgabenordnung genau festgelegt, wie eine Selbstanzeige ausgestaltet sein muss und welchen Inhalt, insbesondere welche Angaben zu Steuerarten und Veranlagungszeiträumen eine Selbstanzeige zwingend enthalten muss, soll sie ihr primäres Ziel – Straffreiheit – erreichen. Nicht selten erleben wir in unserer juristischen Praxis wie gut gemeinte Selbstanzeigen am Ende doch nicht zur Straffreiheit führen, da Umsätze oder Jahre vergessen oder falsch berechnet, die falschen steuerlichen Schlussfolgerungen gezogen oder dem Finanzamt nicht alle erforderlichen Angaben gemacht wurden, die eine eigenständige Prüfung durch das Finanzamt erforderlich macht. Fehler, die letztlich dazu führen, dass der Steuerpflichtige strafrechtlich teils erheblich belangt wird. Fehler, die hätten vermieden werden können.

Vermieter, die Vermietungseinnahmen bislang nicht oder nicht korrekt in ihren Steuererklärungen angegeben haben, sollten daher sofort handeln. Solange die Steuerfahndung Hamburg die Daten aus Irland noch nicht an die lokalen Finanzämter weitergegeben hat, ist noch kein Abgleich mit den Daten des einzelnen Vermieters erfolgt und damit noch keine Tatentdeckung eingetreten, welche gemäß § 371 Abs. 2 Nr. 2 Abgabenordnung die Straffreiheit einer Selbstanzeige ausschließt. Aber auch eine zu späte Selbstanzeige wäre immer noch besser als keine, da sich auch eine zu späte Selbstanzeige in der Regel strafmindernd niederschlägt oder gar zur Einstellung des Steuerstrafverfahrens führt.

Wie häufig gilt daher auch hier:

„Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.“

(Molière)

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